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  • Das Zusammenspiel von Arginin und Stickstoffmonoxid

    Die Betrachtung der primären Funktionen von Arginin zeigte zweierlei. Erstens ist die Aminosäure für die Erweiterung der Blutgefäße und damit für die Regulation des Blutflusses und des Blutdrucks unverzichtbar; zweitens und darauf aufbauend senkt die Arginin-Zufuhr das Arteriosklerose-Risiko. Ursächlich dafür ist die NO-Synthese, bei der aus Arginin Stickstoffmonoxid (NO) gebildet wird.

    NO-Synthese: Schutzmechanismus vor Arteriosklerose

    Die NO-Synthese findet in den Blutgefäßen – hauptsächlich in der innersten Zellschicht, dem Endothel – in einer mehrstufigen Oxidationsreaktion durch die Aktivität des Enzyms NO-Synthase statt. Dabei gilt:

    1. Ausreichende Arginin-Zufuhr, gelingende NO-Synthese: NO verhindert, dass korpuskuläre Bestandteile des Blutes und der Arterienwand in Wechselwirkung treten. So hemmt NO die Adhäsion und Aggregation von Thrombozyten und reduziert das Verkleben von Leukozyten. Allesamt Vorgänge, die am Anfang der Entwicklung einer Arteriosklerose stehen.
    2. Mangelhafte Arginin-Zufuhr, ungenügende NO-Synthese: Entkoppelung der NO-Synthase ist wahrscheinlich. Dabei geht die Fähigkeit des Enzyms, NO zu produzieren, verloren. Stattdessen resultiert die Oxidation in der Bildung hoch reaktiver und zelltoxischer freier Sauerstoffradikale. Diese beschleunigen das Fortschreiten arteriosklerotischer Erkrankungen.

    Physiologische Wirkungen von Stickstoffmonoxid

    Die intakte NO-Bildung stellt einen wichtigen Schutzmechanismus vor Arteriosklerose dar. En detail besitzt Stickstoffmonoxid damit folgende Vorteile:

    • NO fördert Gefäßweitstellung
    • NO hemmt Anhaftung von Thrombozyten
    • NO vermindert Aktivierung weißer Blutkörperchen
    • NO begrenzt Wachstum glatter Muskelzellen
    • NO reduziert Sauerstoffradikale
    • NO dezimiert toxische Cholesterinprodukte

    Physiologische Wirkungen von Arginin

      ADMA-Werte sind Risiko-Werte

      Damit der Organismus von NO profitieren kann, muss der Arginin-Spiegel im Gleichgewicht sein. Ist das nicht der Fall, wird die NO-Synthese beeinträchtigt und das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Arteriosklerose gesteigert. Inwiefern dafür ein individuelles Risiko besteht, zeigt der persönliche ADMA-Spiegel. Als „Gesundheitsgegner“ blockiert die körpereigene Substanz ADMA („asymmetrisches Dimethylarginin“) die NO-Synthese. Hohe ADMA-Werte verweisen dabei auf eine geringe Stickstoffmonoxid-Bildung – also auf einen Mehrbedarf für Supplementierungen mit diätetischem Arginin.